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Was kleine Klassen im Schulalltag bewirken

Von der Redezeit bis zum Zeitpunkt, an dem eine Lernlücke auffällt

Warum ‚kleine Klassen‘ allein noch nichts aussagen

Kleine Klassen sind ein dehnbarer Begriff. Wir zeigen deshalb direkt, was das an der Freien Schule Zürich im Schulalltag konkret bedeutet.

Was sich konkret ändert

Redezeit. In einer Klasse mit halb so vielen Kindern kommt jedes Kind ungefähr doppelt so oft an die Reihe. An der Freien Schule Zürich verstärkt der Halbklassenunterricht auf der Primarstufe diesen Effekt zusätzlich. Über ein Schuljahr summiert sich das zu einer erheblichen Menge an Übung im Formulieren, Argumentieren und Nachfragen.

Der Zeitpunkt, wann eine allfällige Lernlücke bemerkt wird. Das ist der grösste Effekt. In unseren Klassen bemerkt die Lehrperson unmittelbar im Unterricht, wer beispielsweise den Rechenweg nicht verstanden hat. In einer grossen Klasse zeigt sich das oft erst in der Prüfung, also zwei bis drei Wochen später. 

Die Beziehung zur Lehrperson. Feste Bezugspersonen kennen nicht nur den Namen, sondern auch die Arbeitsweise und Eigenheiten jedes einzelnen Kindes. Wer weiss, dass die Lehrperson merkt, wenn er einen schlechten Tag hat, verhält sich anders als jemand, der davon ausgeht, unsichtbar zu sein. Das gilt in beide Richtungen: Es ist schwieriger, sich zu verstecken, und es fällt leichter, um Hilfe zu bitten.

Die Klassengemeinschaft. In einer überschaubaren Gruppe kennt jede und jeder alle anderen. Das macht Gruppen weniger anfällig für Ausgrenzung, und es macht Rituale wie den gemeinsamen Wochenanfang und Wochenausklang zu etwas, das trägt.

Was kleine Klassen nicht leisten

Sie ersetzen keine Motivation. Ein Jugendlicher, der nicht arbeiten will, arbeitet auch in einer Zwölfergruppe nicht.

Sie sind keine Therapie. Bei einer Lese-Rechtschreib-Störung, einer massiven Aufmerksamkeitsstörung oder einer belastenden familiären Situation braucht es ausgebildete Fachpersonen, nicht einfach weniger Mitschülerinnen und Mitschüler in der Klasse.

Sie garantieren keinen Übertritt an eine Mittelschule. Sie verbessern sicher die Voraussetzungen dafür, bieten aber keine Erfolgsgarantie.

Wie gross unsere Klassen sind

Die Klassen an der Freien Schule Zürichsind zumeist deutlich kleiner als an den meisten öffentlichen Schulen. Konkret haben wir auf den einzelnen Stufen folgende Durchschnittswerte:

Auf der Primarstufe kommt hinzu, dass ein Teil des Unterrichts in Halbklassen stattfindet. Die effektive Gruppengrösse in diesen Lektionen liegt entsprechend tiefer.
Auch auf der Sekundarstufe II findet der Unterricht in den profilspezifischen Fächern in kleineren Gruppen statt.

Kleine Klasse oder Kleinklasse?

Zwei Begriffe, die sich fast gleich anhören, aber Verschiedenes meinen.

Kleine Klassen sind unsere regulären Klassen von der Primarschule bis zum Gymnasium. Sie stehen allen Schülerinnen und Schülern offen, die bei uns aufgenommen werden.

Unsere Kleinklasse ist unser Sonderschulangebot auf der Sekundarstufe mit maximal sechs Schülerinnen und Schülern. Aufgenommen werden Jugendliche mit einem vom Schulpsychologischen Dienst bestätigten Sonderschulbedarf; die Anmeldung läuft ausschliesslich über den Schulpsychologischen Dienst.

Fragen und Antworten

Auf den einzelnen Stufen haben wir folgende Durchschnittswerte:

Mehr Redezeit pro Kind und vor allem: Lernlücken fallen früher auf. In einer kleinen Gruppe sieht die Lehrperson unmittelbar im Unterricht, wer nicht mitkommt, statt erst in der Prüfung zwei Wochen später.

Klein sind die regulären Klassen der Freien Schule Zürich. Unsere Kleinklasse ist ein Sonderschulangebot auf der Sekundarstufe für Jugendliche mit ausgewiesenem Sonderschulbedarf.

Nicht unbedingt. Sie verbessern die Bedingungen, ersetzen aber weder Motivation noch fachliche Therapie. Und sie bieten eine kleinere Auswahl an möglichen Freundschaften, was für manche Kinder ins Gewicht fällt.