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Privatschule oder Volksschule?

Eine Abwägung

Weshalb wir uns zu dieser Frage äussern

Die Frage ‚Privatschule oder Volksschule‘ lässt sich nicht pauschal oder allgemeingültig beantworten. Was wir jedoch liefern können, ist ein ehrlicher Massstab: wann eine kleinere Schule mit engen Lernbeziehungen tatsächlich etwas verändert, und wann vielleicht auch nicht.

Was die Volksschule gut kann

Die öffentliche Zürcher Volksschule ist qualitativ gut, und sie ist es flächendeckend. Die Lehrpersonen sind ausgebildet, die Lehrmittel sind erprobt, die Übertritte an Mittelschulen funktionieren.

Die öffentlichen Schulen bilden die Gesellschaft ab, in der die Kinder später leben werden, mit allen Unterschieden. Das ist kein Nebeneffekt, das ist ein Wert.
Und sie sind im Quartier: Schulweg zu Fuss, Freundschaften in der Nachbarschaft, Vereine am selben Ort. 

Kurz: Für die meisten Kinder ist die Volksschule eine passende Lösung. Das ist unsere Beobachtung. Aber es gibt Situationen, wo ein Wechsel an eine Privatschule sinnvoll ist. Im Aufnahmegespräch versuchen wir deshalb die Gesamtsituation eines Kindes zu erfassen und zu klären, ob die Freie Schule Zürich eine passende Lösung ist.

Wann eine Privatschule sinnvoll ist

Es gibt Situationen, in denen eine Schule mit kleineren Klassen einen Unterschied macht:

  • Ein Kind geht in einer grossen Klasse manchmal unter, mit seinen Fragen oder mit seinen Fähigkeiten, und daran hat sich trotz mehrerer Gespräche mit der Lehrperson oder der Schulleitung nichts geändert.
  • Ein Kind hat Lernlücken, die im Tempo der Klasse nicht mehr aufzuholen sind, obwohl die Leistungsbereitschaft vorhanden ist.
  • Ein Kind braucht mehr Struktur, als eine grosse Klasse geben kann, und diese Struktur zu Hause zu ersetzen zermürbt die Familie.
  • Die Familiensituation verlangt eine verlässliche Tagesstruktur mit Mittagstisch und begleiteten Hausaufgaben.
  • Ein Wechsel steht ohnehin an, etwa durch einen Umzug oder eine schwierige Klassensituation, und dann ist der Zeitpunkt günstig.
  • Ein Kind soll den ganzen Weg von der Primarschule bis zur Matur oder Fachmaturität an einer Schule zurücklegen können, ohne Selektionsbrüche.

Was Privatschulen erfahrungsgemäss nicht leisten können

Wir sagen offen, welche Erwartungen an eine Privatschule sich nicht erfüllen lassen:

  • Der Wunsch, ein Kind sicher an das Gymnasium zu bringen. Wir bereiten sehr gut vor, aber wir garantieren keinen Übertritt. Realistischerweise kann keine Schule eine solche Garantie abgeben.
  • Die Hoffnung, dass sich zwischenmenschliche Konflikte durch einen Schulwechsel auflösen. Manchmal hilft ein Neuanfang tatsächlich. Häufig reist die Ursache mit.
  • Der Druck aus dem Umfeld, weil andere Familien ihre Kinder auch privat schulen lassen. Das ist kein pädagogisches Argument.
  • Und die Vorstellung, mehr Geld bedeute weniger Anstrengung für die Schülerinnen und Schüler. Auch an unserer Schule wird gelernt und gearbeitet. Was wir bieten, ist Begleitung, nicht Befreiung von der Leistung.

Fragen, die Ihnen weiterhelfen

Bevor Sie sich entscheiden, lohnen sich im Zusammenhang mit der aktuellen Schule vier Fragen:

  • Was genau soll anders werden? Je konkreter die Antwort, desto besser lässt sich prüfen, ob eine andere Schule das leisten kann.
  • Haben wir mit der jetzigen Schule alles versucht? Ein Gespräch mit der Klassenlehrperson oder der Schulleitung kostet nichts.
  • Was sagt unser Kind dazu? Ein Wechsel gegen den Willen eines Jugendlichen beginnt mit einem Nachteil.
  • Können wir das Schulgeld über mehrere Jahre tragen? Ein Wechsel nach zwei Jahren aus finanziellen Gründen ist für ein Kind belastender als kein Wechsel.

 

Wie wir vorgehen

Im Aufnahmegespräch stellen wir genau diese Fragen. Und wenn wir zum Schluss kommen, dass Ihr Kind bei uns nicht besser aufgehoben wäre, sagen wir Ihnen das.

Fragen und Antworten

Sie lohnt sich, wenn ein konkreter Grund vorliegt: ein Kind, das in einer grossen Klasse nicht zum Zug kommt, Lernlücken, die im normalen Tempo nicht geschlossen werden können, oder ein Bedarf an verlässlicher Tagesstruktur.

Eine Privatschule als Absicherung gegen allgemeine Unsicherheit zu besuchen lohnt sich jedoch nicht.

Nicht generell. Die Zürcher Volksschule ist qualitativ gut. Eine Privatschule bietet kleinere Klassen und mehr Begleitung für Ihr Kind, was für einige Kinder den entscheidenden Unterschied macht.

Eine gute Vorbereitung erhöht die Chancen, eine Garantie gibt es nicht. An der Freien Schule Zürich ist die Vorbereitung auf die Mittelschule im Progymnasium in den Unterricht integriert; von den Jugendlichen, die sich für eine Mittelschulprüfung anmelden, bestehet ein Grossteil.

In der Regel zu Beginn eines Schuljahrs oder dann, wenn ohnehin ein Übergang ansteht. Wenn die Situation es erforderlich macht, ist ein Wechsel selbstverständlich auch während des Schuljahrs möglich, sofern ein Platz frei ist.